Die Welt braucht Gebrauchtes
Was der eine wegwirft, ist für einen anderen gerade gut genug. Schon seit hunderten von Jahren herrscht ein reger Tauschhandel zwischen den Menschen, denn die Jacke, die dem erwachsenen Schusters-Sohn nicht mehr passt, hat vielleicht genau die richtige Größe für jemand anderen. Alte Dinge, die noch nicht vollkommen schrottreif sind, werden im Sinne der begrenzten Rohstoffe und der Schonung wertvoller Ressourcen recycelt. Das gilt auch heutzutage noch für alle nur erdenklichen Güter. Von alter Kleidung, über gebrauchte Elektro-Gegenstände, bis hin zum Gebrauchtauto, wird alles zu Geld gemacht.
Ist Gebrauchtes immer von minderer Qualität?
Die Frage müsste eigentlich lauten: Stimmt das Preis-Leistungs-Verhältnis? Gerade am Beispiel des gebrauchten Autos sollte klar werden, dass neu nicht immer besser ist. Denn wenn jemand nur einen fahrbaren Untersatz benötigt, ohne viel Glanz und Glimmer, also einfach nur Wert legt auf die rudimentäre Funktion des Vehikels an sich, dann ist er deutlich besser beraten ein kostengünstiges Gebrauchtauto zu kaufen, anstatt für teure und vielleicht überflüssige Extras viel Geld zu bezahlen, welches an anderer Stelle besser investiert werden könnte. Der durchschnittliche Deutsche, der etwas auf sich hält, rümpft bei dem Wort „gebraucht“ häufig indigniert die Nase, weil er damit Abnutzung, mindere Qualität und geringes Ansehen assoziiert. Diese Haltung ist natürlich etwas oberflächlich und dient nicht immer als Grundlage für „vernünftige“ Entscheidungen, wie am Beispiel des Gebrauchtwagens vielleicht deutlich wird.
Gebrauchtes ist der letzte Schrei!
In Zeiten von Amazon, Ebay und anderen Transaktionsplattformen des Internets, ist es geradezu zum Hobby und Sport der Deutschen geworden Gebrauchtes zu kaufen zu verkaufen. Da werden manchmal hunderte oder sogar tausende von Euro ausgegeben, um in einem wahren Einkaufs- und Biet-Rausch die Anbieter um sämtliche Dachbodenfunde zu erleichtern. Aber es macht ja auch Spaß, in den riesigen Produktkategorien zu stöbern und hier und da vielleicht ein richtiges Schnäppchen abzustauben. Es soll sogar Händler geben, die sich darauf spezialisiert haben auf Ebay beispielsweise billig einzukaufen, und die „neuen gebrauchten Waren“ dann in ihrem eigenen Shop auf derselben Plattform wieder teurer zu verkaufen. Schöne neue Welt!
Beitrag in der Kategorie Gesellschaft und Politik, verfasst am 01.12.2011 14:58 Uhr
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