Die Musik spielt heutzutage im Netz: Musikcommunities im Internet und ihr Nutzen

Musik jeglicher Art bewegt die Menschen seit Beginn ihrer Tage, ihre Komposition und Produktion, die Distribution und der Konsum wird dabei häufig maßgeblich von den jeweils technischen Innovationen ihrer Epoche beeinflusst und charakterisiert, was Musik trotz ihrer mittlerweile exorbitanten Ausdifferenzierung in verschiedenste Stile und Genres immer auch zu einem Zeitzeugen einer bestimmten historischen Phase und deren vorherrschender Verbreitungsform macht. Inwiefern Marshall McLuhans letztlich recht philosophisches Bonmot, nach dem „das Medium die Botschaft“ ist, auch Eins-zu-eins auf die Bedeutung des Internets für die heutige Musik übernommen werden sollte, kann hier sicherlich nicht endgültig entscheiden werden. Fest steht jedoch bereits, dass die technischen Möglichkeiten der digitalen Kommunikation sowohl der Musikindustrie, den Musikern selbst als auch den Nutzern, Hörern und Musikkonsumenten ein bislang nicht da gewesenes und schier unerschöpfliches Füllhorn an kreativen wie auch wirtschaftlichen Möglichkeiten zur Verfügung stellt, dessen genaues Ausmaß heute vielleicht noch gar nicht zu überschauen ist.

Neben Schlagworten wie Internetradio, Podcasting, Downloading, Filesharing und Streaming, die in den letzten Jahren die häufig tendenziell überhitzte Diskussion um musikalische Inhalte des Internets und damit eng verbundene Fragen nach Privat- und Raubkopien, Urheberrecht, Entlohnungs- und Geschäftsmodellen sowie der Zukunft der Musikbranche generell bestimmen, sind die fast täglich wie Pilze aus dem Boden neu entstehenden (und oft auch wieder genauso schnell verschwindenden) Musikcommunities im Netz sicherlich ein gutes Beispiel, um den grundlegenden Paradigmenwechsel im Bezug auf Information über Musik zu veranschaulichen. Musiker wie Musikinteressierte können heute im Netz problemlos und mit nur wenigen Klicks diejenigen musikalischen Netzpräsenzen finden, die ihrem ganz persönlichen Geschmack entsprechen, es existieren Portale für jede noch so seltene und exotische Musikrichtung, man kann sich in kürzester Zeit weltweit mit Gleichgesinnten über Neuerscheinungen, Tourneen, Entwicklungen und natürlich auch Klatsch und Tratsch innerhalb eines bestimmten Genres austauschen. Und natürlich ändert sich durch die potentiell heute viel einfachere Kontaktaufnahme und Kommunikation zwischen Musikern und ihren Fans im Internet auch deren bislang eher von Distanz gekennzeichnetes Verhältnis grundlegend. Bands und Interpreten beziehen heute ganz bewusst ihre Anhänger in den Schaffensprozess ein, lassen diese z.B. über Covergestaltung und Konzertermine abstimmen und bieten ihnen auch neuartige Bezahlmethoden an.

Bekannte und populäre Musikcommunities wie z.B. „myspace“, dessen Bedeutung laut neuerer Studien vor allem in der Entdeckung bislang unbekannter Musik liegt und weniger kommerziell begründet ist, werden von weiteren Angeboten wie „lastfm“ ergänzt, welches vor allem als personalisiertes Radio genutzt wird. Wieder andere Portale bieten eine noch umfangreichere Bandbreite an Informationsvielfalt, so z.B. die Seite mushp.de, auf der Musikfans unter Konzertempfehlungen und -kritiken, Plattenrezensionen, Künstler- und Userblogs, Tipps zu Musikinstrumenten, einer differenzierten Schlagwortsuche sowie einem umfangreichen Fragenforum auswählen können.



Beitrag in der Kategorie Social Communities, verfasst am 09.11.2011 10:36 Uhr

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